Internist Dr. Karl Köhler

Biographie

Geboren am 29. 9. 1957 in Angern an der March, promoviert am 18. 10. 1981 in Wien.

Am 4. 1. 1982 habe ich meine ärztliche Grundausbildung im Krankenhaus Hainburg auf der Chirurgie begonnen. Da auch der Primarius dort Rufbereitschaft hatte und von zuhause geholt werden musste, habe ich dort gelernt mir jeden Patienten genau anzusehen und alles in meiner Macht stehende zu tun bevor ich ihn anrief. Einmal habe ich bei einer Patientin mit schwerer Luftnot, die er am Vortag in seiner Ordination infiltriert hatte gegen seine Anordnung ein Lungenröntgen anfertigen lassen und es ihm dann in den Operationssaal getragen. Er fauchte mich an: „Was soll das? Was sehen Sie darauf? Nichts!“ Ich erwiderte: „Jawohl Herr Primar, nichts, auch keine Lunge!“ Die hatte er in seiner Praxis angestochen sodass sie zusammengefallen war. Als nächsten Punkt hat er dann seine Patientin versorgt, sodass die Lunge sich wieder entfalten konnte. Nach einem Jahr bin ich nach Wien ins Lungenspital auf der Baumgartner Höhe gewechselt. Dort habe ich sehr viele Lungenröntgen befundet und Tuberkulose-Kranke gesehen. Außerdem habe ich ein wenig Bronchoskopieren (spiegeln der Luftwege) gelernt. Mein Oberarzt war der geniale Bronchoskopeur und Lungenarzt Dr.Törcsök - leider ein starker Raucher, der später bei sich selbst einen Lungenkrebs diagnostiziert und sich anschließend umgebracht hat.

Danach ging es in die Rudolfstiftung, wo ich die Ausbildung zum Praktischen Arzt abgeschlossen habe und mich um eine Ausbildungsstelle für Innere Medizin und sicherheitshalber auch für Anästhesie bewarb. In dieser Zeit habe ich hauptsächlich Narkosen gemacht, weil die Anästhesisten Personalmangel hatten und mich von meiner Turnus-Tätigkeit abzogen. Viel Zeit habe ich auf der internistischen Intensivstation verbracht und Dienste dort gemacht. Damals habe ich die ersten AIDS-Patienten, die dort auftauchten, und zwei höchst seltene Krankheiten diagnostiziert, die ich dann in Salzburg bei der Internisten-Tagung vortragen durfte. Um mich gegen meine Mitbewerber um die Ausbildungsstelle an der Kardiologie der Rudolfstiftung durchzusetzen, habe ich dem dortigen Chef, Herrn Prof. Dr. Slany angeboten, auf eigene Kosten im Ausland etwas Neues zu lernen und nach Wien zu bringen. Er schickte mich nach Bonn, wo ich mich mit Herzrhythmusstörungen beschäftigte und die erste dort gesichtete Mahaim-Faser (seltene Anomalie, die gelegentlich Herzrasen verursacht) fand. Danach habe ich die Ausbildungsstelle erhalten und mich in der Rudolfstiftung um Herzrhythmusstörungen gekümmert. Gemeinsam mit dem jetzigen Chef der Universitätsklinik für Herz-Chirurgie, dem damaligen Assistenten Dr. Laufer habe ich 1986 zu nächtlicher Stunde Defibillatoren eingebaut, was damals noch eine offene Herz-Operation war. (Es wurde immer Nacht weil zuerst die anderen Herz-Operation dran kamen.) Ich habe in der Rudolfstiftung fünf Jahre lang am Nachmittag eine Spezialambulanz für Herz-Rhythmusstörungen betrieben und eine große Studie konzipiert, die dann von der Industrie fallen gelassen wurde. An zwei Nachmittagen pro Woche habe ich in der Privatklinik Döbling die ambulanten Herzultraschall-Untersuchungen gemacht. Die praktischen Ärzte vorgeschrieben Ekg-Kurse der Wiener Ärzte-Kammer habe ich vier Jahre lang gehalten.

Nach dem Wechsel ins Donauspital habe ich die Spezialisierung aufgegeben, da ich mir nicht vorstellen konnte, am Nachmittag Spezialambulanz zu führen oder Herzkatheter zu schieben und daneben noch zu ordinieren. Ich bin in den Konsiliardienst gegangen und habe mich mit unserem Infektiologen, Herrn Oberarzt Janata angefreundet. Er kam von der Universitätsklinik und liebte seltene Krankheiten. Wir haben viel diskutiert und Diagnosen gejagt. Daneben habe ich mich in den Anfangszeiten meiner Ordination mit Ernährungsmedizin, Kurmedizin, und physikalischer Medizin beschäftigt und den Notarztkurs gemacht. Jetzt bin ich Oberarzt einer kardiologischen Abteilung, an die ich regelmäßig Patienten zum Herzkatheter zuweise um danach das weiter Vorgehen im Kollegenkreis zu beraten. Neben Herzklappen, Koronar-Bypässen und Defibrillatoren wurde 2012 auch ein Kunstherz auf mein Betreiben implantiert. Als Konsiliararzt bemühe ich mich, den immer wieder auftretenden seltenen Fragestellungen mit Hilfe der heute verfügbaren elektronischen Nachschlag-Werke auf den Grund zu gehen und daraus zu lernen.