Internist Dr. Karl Köhler

Belastungs-Ekg oder Ergometrie

Von der körperlichen Belastbarkeit eines Menschen hängt vieles ab, zum Beispiel seine Lebenserwartung oder seine Chance, eine schwere Operation oder eine Krankheit problemlos zu überstehen. Bei der Fahrrad-Ergometrie messen wir die körperliche Leistung nach einem standardisierten Protokoll. Auch der Blutdruck wird bei verschiedenen Belastungsstufen gemessen, und das Ekg wird registriert. Ein überschießender Blutdruck- oder Herzfrequenzanstieg kann Ursache für Atemnot bei Belastung im Alltag sein. Druck oder Brennen auf der Brust und Ekg-Veränderungen während der Ergometrie weisen auf ungenügende Durchblutung des heftig pumpenden Herzmuskels hin. Diese Mangel-Durchblutung kann durch Verengung der Herzkranzgefäße (Blutleitungen zum Herzmuskel) bedingt sein. Durch eine Ergometrie lässt sich daher meist herausfinden, ob weitere Untersuchungen der Herzkranzgefäße nötig sind. Gute Belastbarkeit schließt eine schwere Krankheit (insbesondere des Herzens und der Lunge) aus, bedeutet aber nicht, dass man vor einem Herzinfarkt gefeit ist.

Bei der Ergometrie soll der Patient am Fahrrad seine maximale Leistung erbringen und soll daher nicht verkühlt sein. Weiters darf er kein Fieber oder auf drohenden Herzinfarkt verdächtige Beschwerden haben. Da eine ungewohnte maximale Anstrengung nicht ganz ungefährlich ist, sind für Ordinationen, die diese Untersuchungen durchführen, strenge Sicherheitsvorkehrungen vorgeschrieben. Aus dem gleichen Grund ist aber auch jedem über fünfzig, der nach längerer Pause wieder Sport betreiben möchte oder gelegentlich Tennis spielt, eine Ergometrie zu empfehlen.

 

62-jähriger Mann mit brennenden Brustschmerzen beim Schneeschaufeln. Bei und nach Belastung  Senkungen der ST-Strecke im Ekg (rechts; links das vor Belastung aufgezeichnete unauffällige Ruhe-Ekg). Der daraufhin durchgeführte Herzkatheter zeigte Engstellen an mehreren wichtigen Herzkranzgefäßen, die dann durch Bypässe überbrückt wurden. Der Patient ist seither beschwerdefrei.

 

Video auf YouTube: Herzkranzgefäße