Internist Dr. Karl Köhler

Wozu die ganze Medizin?

Eine Serie von Dr. Karl Köcher, Facharzt für Innere Medizin in Groß-Enzersdorf

Liebe Leserinnen und Leser! Was soll die Frage? Selbstverständlich habe ich mir schon einmal den Arm gebrochen, meinen Blinddarm und ein paar Hämorrhoiden bin ich auch schon los. Vor ein paar Monaten hatte ich so Kreuzweh, dass ich in unser Institut für Physikalische Medizin kroch. Ja, wenn uns das harte Schicksal trifft einen halben Liter Blut zu erbrechen oder sich in einer Kolik zu winden, wird kaum einer ärztliche Hilfe ablehnen - aber sonst? Alte Leute wehren sich oft bis sie nicht mehr können gegen eine Aufnahme ins Spital. Besonders Männer brüsten sich der Tatsache schon Jahre keinen Arzt mehr gesehen zu haben. Viele lehnen die dauernde Einnahme von Tabletten ab, während andere sich keine der vielen Vorsorge-Untersuchungen entgehen lassen und am liebsten jährlich einen Gutschein für ein Ganzkörper-Magnetresonanz-Tomogramm unter dem Christbaum finden würden.

Angesichts dieser Vielfalt gegensätzlicher Meinungen zu einem für jedermann entscheidenden Thema, habe ich mich mit 55 (einem Alter, in dem man das, was man sich im Leben vorgenommen hat, allmählich umsetzen oder vergessen sollte) entschlossen, meine Gedanken zu Medizin und Gesundheit niederzuschreiben. Doch nun genug der einleitenden Worte – es folgt der erste Beitrag dieser Serie: